Bis zu 18 flugfähige Kilo. Vom Aussterben bedroht. Die Grosstrappe. Ein klassischer Fall für die Hege.

Grosstrappe

Die Forstwissenschaftlerin Dorothee März arbeitet als Projektleiterin für den Förderverein Großtrappenschutz e.V.. Der Revierjäger Paul Rößler unterstützt das Artenschutzprojekt Großtrappe mit vielfältigen Hege- und Jagdmaßnahmen.

Mit bis zu 18 kg und 2,5 Meter Spannweite gehört die Großtrappe zu den größten flugfähigen Vögeln dieses Planeten. Mitte der 90er hatte die deutsche Restpopulation ihren Tiefstand von nur noch 57 Exemplaren erreicht. Die Großtrappe ist ein Bodenbrüter. Deshalb sind ihre Gelege willkommene Nahrung für Waschbären, Marderhunde, Minks, Dachse, Füchse und Rabenkrähen. Intensiver Ackerbau läßt kaum noch Raum für Insektenreiche Flächen, die wiederum wichtige Nahrung für die Aufzucht der Küken sind. Zudem sterben viele Küken im Mähwerk landwirtschaftlicher Maschinen.

Im Gespräch mit Jochen Schumacher erläutern Dorothee März und Paul Rößler wie die Großtrappe zwischen intensiver Landwirtschaft, regenerativer Energie, Windkraft, Neozoen, Beutegreifern und Finanzierungslücken fast aufgerieben wurde. Mit welchen Maßnahmen es in den letzten 15 Jahren gelang den Restbestand in Deutschland auf 165 Exemplare zu päppeln. Und wie es um die Zukunft dieses beeindruckenden Vogels und die Finanzierung des Fördervereins Großtrappenschutz e.V. bestellt ist.


Teilnehmer

Dorothée März
Dorothée März
Paul Rößler
Paul Rößler
Jochen Schumacher
Jochen Schumacher


downloads


Themen und Links:

6 Kommentare
  1. Benedikt
    Benedikt sagte:

    Ein echt super Beitrag. Ich konnte bisher keine Beiträge hören, aber dieser war so interessant, dass ich bis tief in die Nacht zuhören musste. Bitte mehr zu diesen Themen.

    Antworten
  2. Till
    Till sagte:

    Hallo Jochen,
    bin über die Munitionsfolge zu Deinem Jagdfunk gestoßen, klasse Sendung, und höre mich jetzt Folge für Folge durch, meist in der S-Bahn beim Pendeln. Schöne Alternative zu den üblichen Hörbüchern, weiter so!
    Und jetzt muss auch ich endlich mal einen Kommentar schreiben (schließlich ist das ja das Brot des Moderators :-)).
    Ich kann Dir da nur zustimmen. All diese neumodischen Wörter wie z.B. “Wildtiermanagement” sind schrecklich, das sie schöne alte und bewährte Worte wie. z.B. “Jagd & Hege” ersetzen und außerdem verschleiern, was sich dahinter verbirgt, weil man wohl meint, das der Bevölkerung nicht mehr zumuten zu können.
    Wenn Ihr Interviewpartner Paul meint, Hege sei schwer verständlich, und Jagd hätte ein schlechtes Image, dann kann doch nicht die Konsequenz sein, das Wort auszutauschen. Das ist vielleicht der einfacherer Weg, aber besser wäre doch den Leuten zu erklären was das Zusammenspiel von Jagd und Hege ist. Hier in der Öffentlichkeitsarbeit wäre ein ganz wichtiges Betätigungsfeld der Jagdverbände, um unser Tun zu erklären und damit positiv zu “verkaufen”, dann gäbe es vermutlich auch diese Probleme mit den Jagdrechtsnovellen nicht.

    Antworten
    • Jochen Schumacher
      Jochen Schumacher sagte:

      Hallo Till,

      vielen Dank für Deinen Kommentar und die Anerkennung meines Wirkens!

      Unter Management versteht man die konkrete Organisation von Aufgaben und Abläufen. Ob das auf den Umgang mit Wildtieren in der Kultuurlandschaft vereinbar ist, halte ich für zweifelhaft. Noch sehr viel detaillierter beschreibt das der Begriff Wildtiermanagement. Hier werden viele Disziplinen unter einem Begriff zusammen gefasst. Es erscheint mir fragwürdig, ob das alles wirklich kontrollierbar ist. Dem Begriff des Management liegt ja die Idee zu Grunde ein bestimmtes Ziel erreichen zu können. In der Hege pflegt man eher die Idee, dass aus der Nutzung der Natur die moralische Verpflichtung zur Fürsorge entsteht.

      Was Öffentlichkeitsarbeit angeht, sollten wir alle uns klar machen, dass auch ein Verband nur aus der Summe seiner Mitglieder besteht. Damit will ich sagen, dass jeder einzelne sich in die “naturfernen” Teile der Bevölkerung wagen sollte um sein Wissen und seine Herzensbildung unter die Menschen zu tragen. Dafür braucht es keinen Verband. Dafür braucht es persönliches Engagement.

      Dass Selbstverständnis, dass der Jäger der Anwalt und Fürsprecher der Wildtiere in einer immer virtuelleren und naturferneren Gesellschaft ist, ist auch unter Jägern immer weiter in den Hintergrund gerückt. So brauchen wir den Willen zur Fortbildung, funktionierende Selbstreinigungsmechanismen und den Mut unser Handeln außerhalb der Jägerschaft zu erklären.

      Antworten
  3. Steffen
    Steffen sagte:

    Zum Thema Wildtier Management:

    Ich finde es muss einfach nicht einfach jede Aufgabe neuerdings als “Management” Disziplin daher kommen!
    Ebenso muss nicht alles ein “ganzheitlicher” “Prozess” sein…

    Ist die ehrenamtliche Jagd nicht auch ein bisschen entfliehen aus dem Alltag? Ich habe Angst, dass mich diese Begriffe bis in den Wald verfolgen!!

    @Jochen: Ich bin über den CRE Podcast auf dich gestoßen und jetzt bei Folge 23 angekommen. Großes Lob für deine Arbeit!!

    Viele Grüße

    Steffen
    – Jäger in Ausbildung-

    Antworten
  4. Felix
    Felix sagte:

    Selten hat mich ein Beitrag so gefesselt. Das Herzblut von Dorothée März und Paul Rößler für die Sache und für den gefährdeten Vogel kommt übers Digitale rüber. Ein Lob auch all den anderen Initiatoren, Helfern und Förderern die ein kostbares Naturgut schützen und bewahren.

    Jochen, deine Moderation war auf sehr hohen Niveau und deine Strukturierung hilft beim Hören und Erfassen sehr. Vielleicht könntest du bei zwei Partner am Ende der Ausführung des Einen den Anderen noch kurz ansprechen ob er was zu sagen will. Generell hilft deine Art und Weise sehr die Gäste zum tiefen Erzählen zu bringen und den Funk kurzweilig zu gestalten.

    Insgesamt war der Stoff so dicht, von all den Eigenheiten der Art über die Aspekte des Umfeldes zu den Details der Jagd.

    Erstaunt war ich auf jedem Fall über die arg beschränkten Mittel die das Projekt für eine wirklich einzigartige Schirmart zugeteilt bekommt.

    Felix

    Antworten
    • Jochen Schumacher
      Jochen Schumacher sagte:

      Diese Episode gehörte sicher zu den Highlights im Jagdfunk. Warum Politik und Verbände es nicht hinbekommen dieses Projekt auf sichere Beine zu stellen, ist mit meinem kleinen Menschenverstand nicht erklärlich. Das ist mindestens ein Armutszeugnis, wenn nicht sogar eine Schande …

      Antworten

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.