Intelligenz, Biologie, Bejagung, Fraß-, Brut- und Sozialverhalten eines treuen Begleiters menschlichen Wirtschaftens in der Kulturlandschaft.

Krähe

Die Rabenkrähe (Corvus corone) ist ein schlauer Vogel und zweifellos eine der Arten, die in größtem Umfang von menschlicher Landschaftsgestaltung profitieren. Um die Revierkasse vor Regressansprüchen durch Wildschäden zu schonen und auch um anderen Arten die Existenz zu ermöglichen, ist die effektive und waidgerechte Bejagung der Rabenkrähe eine echte Herausforderung. Die Lockjagd ist eine spannende und gleichzeitig tierschutzgerechte Lösung.

Die aufgrund ihrer Morphologie zu den Singvögeln zählende Rabenkrähe hat ein interessantes Zug-, Fraß-, Sozial-, Balz- und Brutverhalten. Gute Aufklärung bringt Erkenntnis über die lokale Lebensweise. Das ermöglicht dem ambitionierten Jäger eine spannende Jagdart. Wir erläutern, wie die Schlafbäume, Flugrouten und Fraßplätze der schlauen Rabenvögel erkundet werden, um das freundliche Lockbild optimal in Wind- und Anflugrichtung zu platzieren.

Auch der richtigen Ausrüstung widmen wir besondere Aufmerksamkeit. Flinte, Selbstladeflinte, Munition, Tarnanzug, Gesichtsmaske, Handschuhe, Waffentarnung, Tarnstand, Lockkrähen, Krähenmagnet, Beflockung und Krähenlocker müssen perfekt sein, um erfolgreich auf die Rabenkrähe zu waidwerken.

Jochen Schumacher begleitet Alexander Busch vor, auf und nach der Jagd in verschiedenen Revieren. Wir erzählen von spannenden und spektakulären Jagden und erklären im Detail, wie ein Jagdtag vorbereitet und wie die Jagd durchgeführt wird.


Teilnehmer

Alexander Hubertus Busch
Alexander Hubertus Busch
Jochen Schumacher
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4 Kommentare
  1. Harald Schweim
    Harald Schweim sagte:

    Lieber Jochen,
    Danke für die erneut tolle Sendung! Wir jagen seit längerem nach der Methode von A. Busch und schätzen seine Fachkompetenz sehr. Wir arbeiten auch mit unseren Hunden aus freundlichem Lockbild (siehe hier: http://www.ljv-nrw.de/inhalt/kjs-koln/hegeringe/hegering-rudemann/aktuelles-aus-dem-“hegeringleben”/6_16846.html).
    Bei der „Verwertung“ von Krähen wird immer die Frage der Trichinenbeschaupflicht gestellt.
    Dazu meine Antwort: Trichinellen (heutiger Name für Trichinella spp.) sind kleine ca. 1 mm lange Fadenwürmer. Sie leben als Parasiten in der Skelettmuskulatur von Säugetieren, Reptilien und auch Vögeln. Die Übertragung auf einen neuen Wirt – so auch auf den Menschen – erfolgt ausschließlich durch den Verzehr von rohem Fleisch, welches die infektionsfähigen Muskellarven enthält. Die eigentliche Vermehrung findet in der Darmschleimhaut des Wirtes statt. Das Fleisch aller für Trichinellen empfänglichen Tiere muss vor dem Verzehr einer Untersuchung unterzogen werden. Zu diesem Zweck werden ausgewählte Muskelproben mit der sogenannten Verdauungsmethode auf die Freiheit von diesem Parasiten untersucht. Hauptüberträger auf den Menschen sind Schweine bzw. deren roh, z. B. als Mett verzehrtes oder ungenügend gegartes Fleisch. Durch Kochen oder große Kälte können Trichinen abgetötet werden.
    Vögel (auch Krähen) werden durchaus von Trichinen befallen, jedoch entwickeln sich diese im Vogel normalerweise nicht weiter; in seltenen Fällen, z.B. bei Befall mit Trichinella pseudospiralis, (etwas “zäher” als andere Trichinellen) sterben diese spätestens in den Vogel-Muskeln ab und sollten somit für Säuger (auch Menschen) NICHT infektiös sein. Im Hausschwein usw. lebende Trichinellen sind auf die höhere Körpertemperatur (um die 40°) in Vögeln nicht eingestellt und könnten daher in ihnen praktisch nicht überleben.
    Das durch Trichinen hervorgerufene Krankheitsbild wird als Trichinellose bezeichnet. Akute Infektionen des Menschen mit Trichinella spiralis sind in Deutschland meldepflichtige Erkrankungen. Die Trichinenuntersuchung ist eine Pflichtuntersuchung von Fleisch für den menschlichen Verzehr. Fleisch von Hausschweinen, Einhufern, Wildschweinen, Bären, Füchsen, Biberratten und Dachsen sowie von allen anderen Tieren, die Träger von Trichinellen sein können, unterliegt einer Untersuchungspflicht, wenn deren Fleisch zum Genuss für Menschen verwendet werden soll. [Ich bin gespannt was passiert, wenn Du mit einer Krähe zum Veterinäramt kommst!!] Bei den zwischen 2000 und 2009 in Deutschland durchgeführten Trichinenuntersuchungen an etwa 453 Millionen Hausschweinen wurden lediglich bei 4 Exemplaren Trichinen gefunden, bei den etwa 3,4 Millionen Wildschweinen gab es 92 positive Nachweise. Die Erkrankung ist also ÄUSSERST selten.
    Wie A. Busch richtig anmerkte sind Salmonellen vermutlich das größere Problem des Aasfressers Krähe. Salmonellosen gehören zu den Zoonosen, da sich sowohl der Mensch am Tier als auch das Tier am Menschen anstecken kann. Ferner ist die Infektion über Lebensmittel häufig. Salmonellen kommen u. a. in Geflügelfleisch vor. Im Gegensatz zu früher ist Schweinefleisch heutzutage nur noch selten mit Salmonellen belastet.
    Enteritis-Salmonellen, beispielsweise verursachen beim Menschen meist spontan ausheilende Durchfallerkrankungen, die in der Regel nicht antibiotisch behandelt werden müssen. Allerdings können bei Risikogruppen wie Säuglingen, Kleinkindern, alten Menschen und immungeschwächten Patienten schwere Erkrankungen (Allgemeininfektionen) hervorgerufen werden. In Deutschland gehören Salmonellosen zu den sogenannten meldepflichtigen Erkrankungen (§ 6 bzw. § 7) des Infektionsschutzgesetzes. Die amtlichen Meldungen sind seit 1990 von etwa 200.000 auf rund 55.000 Fälle im Jahr 2005 zurückgegangen. Deutschlandweit ist schätzungsweise jeder fünfte Mensch Salmonellenträger. Weltweit rechnet die WHO mit mehr als 16 Millionen Salmonellen-Typhus-Erkrankungen jährlich, mehr als eine halbe Million davon enden tödlich.
    Salmonellen sind außerhalb des menschlichen bzw. tierischen Körpers wochenlang lebensfähig. Sonnenlicht beschleunigt das Absterben der Erreger. In getrocknetem Kot sind sie über 2,5 Jahre lang nachweisbar. Um Salmonellen-Infektionen zu vermeiden, wird die Erhitzung der Lebensmittel mindestens zehn Minuten auf 75 °C (Temperatur im Kern) empfohlen.
    Quellen: Div. Internet, Wikipaedia, BfR
    [Dies sind keine evidenzbasierten Aussagen und daher NICHT als medizinischer Rat oder Verzehrempfehlung zu verstehen.]
    Gruß, Harald

    Antworten
  2. Heiko Schneemann
    Heiko Schneemann sagte:

    Guten Tag,

    ich bin durch Alex auf diesen Beitrag und damit Ihren Podcast aufmerksam geworden. Von dem Beitrag über die Krähe und deren Bejagung bin ich relativ begeistert. Ich jage auch seit einigen Jahren mit dem “freundlichen Lockbild”. Eigentlich viel zu selten, aber unsere Landwirte erinnern mich immer wieder an diese Aufgabe! Die Erfolge rechtfertigen allerdings den zu betreibenden Aufwand in jedem Falle. Gelernt habe ich diesen Teil unseres Handwerkes, natürlich, auch durch und mit Alex, der ja bei mir vor der Haustür ansässig ist.

    Ich würde jedem, der merkliche Krähenbesätze im Revier hat, zu einem Einstieg raten!

    Zum testen kann man am Anfang die Ausrüstung sogar etwas reduzieren. Ich hatte meine ersten Erfolge mit 6 Lockkrähen (damals noch nicht beflockt oder besockt) und einem Maisfeld statt eines Tarnschirmes. (Einfach in die zweite Maisreihe setzen und nicht zu viele Blätter entfernen!) Das ist sicher nicht optimal aber sollte, gerade im August wenn Jungkrähen unterwegs sind, am Anfang funktionieren. Man muss halt in Kauf nehmen einige Krähen “schlau zu machen”. Überhaupt wird man zu Anfang der Bejagung an sich und jedes Jahr zu Angfang der Jagdzeit relativ leicht an die Beute kommen.

    Wenn sich dann erste Erfolge einstellen wird man aber ohnehin weiter perfektionieren. Ein Gesichtsschutz und dunkle Handschuhe sind von Anfang an allerdings sehr zu empfehlen.

    Jetzt werde ich mich sukzessive durch die anderen Beiträge arbeiten. Vom ersten Eindruck kann ich aber Jagdfunk.de durchaus empfehlen. Machen Sie bitte weiter so!

    Mit freundlichem Gruß und Waidmannsheil
    Heiko Schneemann

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  3. Harald Schweim
    Harald Schweim sagte:

    Liebe Freunde, heute fand ich folgende Meldung:

    Lidl ruft Mandelkerne wegen Salmonellen-Gefahr zurück 19.07.2014
    Wegen Salmonellen-Gefahr ruft Lidl 200-Gramm-Packungen mit Mandelkernen zurück. Die Bakterien, die Magen-Darmerkrankungen auslösen können, seien bei einer Untersuchung nachgewiesen worden, teilte das Unternehmen am Samstag in Neckarsulm mit.
    Betroffen sei ausschließlich das Produkt “Mandelkerne ganz, 200 g Beutel” mit den Mindesthaltbarkeitsdaten 8. Dezember 2014 (Losnummer: L4132A 16:00 bis L4132A 19:00) sowie 26. Dezember 2014 (Losnummer: L4150A 02:00 bis L4150A 05:00).

    Dann doch lieber Krähenburger, das ist wenigsten Fleisch!!
    Gruß, Harald

    Antworten

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