JF041 Marketing für die Jagd

die Positionierung der Jagd mit den Mitteln der Absatzwirtschaft

Marketing oder Absatzwirtschaft ist die Disziplin, die sich damit beschäftigt, Produkte und Dienstleistungen so zum Verkauf anzubieten, dass Käufer dieses Angebot als wünschenswert wahrnehmen. Dahinter steht ein Konzept ganzheitlichen, marktorientierten Umgangs mit den Bedürfnissen und Erwartungen von Kunden und anderen Interessengruppen.

Ein Image hat man. Ob man will oder nicht. Ein Handwerk, dass aktiv mit Leben und Tod umgeht, wird besonders aufmerksam wahrgenommen. Das wiederum macht es besonders erforderlich über Kontur, Unverwechselbarkeit, Werte, Assoziationen, charakterprägende Eigenschaften, Nutzenversprechen und Qualitätsniveau nachzudenken.

Das tue ich mit dem Coach, Innovator, Speaker, Autor und Jungjäger Frank Rehme. Mit gesundem Menschenverstand entwickelte und implementierte Frank viele Jahre lang Innovationen in nationalem und internationalem Umfeld. Eine Aufzeichnung, die hoffentlich zu Nachdenken und Veränderungen motiviert.

JF041 Marketing für die Jagd

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Frank Rehme
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10 Kommentare
  1. Lars
    Lars says:

    Glyphosat:
    Die Diskussion ist jetzt mal hochgekocht, ja. Viel Interessanter war aber vor kurzem die Diskussion um das Bienensterben und die Neonikotinoide. Es hat kaum jemand mitbekommen, aber deren Anwendung ist derzeit EU-weit ausgesetzt, weil sie eine noch wesentlich schlimmere Wirkung auf Bienen und andere Nutztiere haben als Glyphosat. Die Imker hätten sich bestimmt gefreut wenn die Jäger ihnen bei Seite gestanden hätten. Denn immerhin sind Insekten auch wertvolle Nahrung für unsere Bodenbrüter.

    Verbündete:
    Oftmals habe ich das Gefühl dass die Jäger sich lieber Feinde machen aus mit anderen Verbänden den Schulterschluss zu suchen. Natürlich hat der Landwirt oft andere Interessen als der Jäger, aber schlussendlich sind beide froh wenn die der schwarze Ackerwühler den Mais in Ruhe lässt und die afrikanische Schweinepest nicht im Mastbetrieb nachgewiesen werden kann. Landwirte, Imker, Angler, Veterinäre und natürlich auch Förster haben immer Schnittpunkte mit der Jägerschaft und die müssen genutzt werden. Wenn natürlich die Landesjagdverbände mittels Pressemitteilungen gegen die Nutztierhaltung hetzen um ihr Wildpret als hochwertiges Lebensmittel anzupreisen, wird das nichts.

    Interne Streits:
    Während die Berufsjäger und die (Zitat) „bewaffneten Waldbesitzer vom ÖJV“ häufig einer Meinung sind und diese nach außen vertreten, werden die Befürworter von Wolf, Luchs, Bär und Schakal in den eigenen Reihen direkt als Wolfsstreichler abgetan. Wenn man dann Aussagen wie „Die gehören vor die Wand gestellt“ hört, möchte man am liebsten mal schnell bei der Waffenbehörde anrufen…

    Wirkung in der Öffentlichkeit:
    So lange es den rückwärtsgewandten erzkonservativen Lodenjockel gibt, der jeden Montainbiker mit dem Gehstock bedrohen (so schon erlebt) und Pilzsucher und Geocacher oder Nachtjogger anpflaumen was sie denn in ihrem Wald zu suchen haben, ist jede Erfolgsmeldung für die Katz. Insbesondere wenn NABU, BUND & Co Diplombiologen u. ä. Berufsträger auffahren – die eine signifikant höhere Glaubwürdigkeit bei der Bevölkerung haben – und von den „Hobbyjägern“ öffentlich als „linksgrün versifftes Pack“ bezeichnet werden, statt konstruktiv und diplomatisch Argumente der Sachebene auszutauschen.

    Auch Hegeschauen treffen in der Öffentlichkeit nicht auf großes Verständnis. Bei mir übrigens auch nicht. Denn das wird mit Zucht und Trophäenjagd verbunden. Ebenso der Begriff Hege. Man sehe sich nur einmal an was Peta in der Presse aus Treibjagden macht. Zusätzlich werden Fütterungen statt Kirrungen betrieben. Auch die „Erlegung des Lebensmittels“ Wild muss wieder mehr dem Bestand angepasst werden. Wer von „Zukunftsbock“ und Co spricht, hat es meiner Meinung nach nicht verstanden.

    Vernetzung:
    Wenn man sich mal die aktuellen Themen heraussucht, wird man sehen dass diese alle von anderen Stimmen belegt sind. 80 Prozent der Wolf- und Luchsberater sind von NABU, BUND & Co. Und die kennen sich auch noch untereinander. Dass die Jäger hier mit ihrer Trotzhaltung ihre Kompetenzen nicht nutzen, bringt die Diskussion absolut nicht weiter.

    Halbautomatenurteil:
    “Seit Januar 2000 ist Prof. Dr. Harald Dörig Richter am Bundesverwaltungsgericht. Seine beiden Söhne, damals 14 und 16 Jahre alt, waren im Schulgebäude, als Robert Steinhäuser am 26. April 2002 bei einem Amoklauf am Erfurter Gutenberg-Gymnasium elf Lehrer, eine Referendarin, eine Sekretärin, zwei Schüler und einen Polizisten erschoss, bevor er sich selbst tötete.” Quelle: jawina.de/?p=10444

    Prädatorenbejagung:
    Wer als Jäger dem naturentfremdeten Stadtmenschen (Gassigeher bei Tierheimen sind super Multiplikatoren!) erklärt was mit Fiffi passiert wenn er sich beim Fuchs mit Staupe ansteckt, macht man schon Eindruck. Auch hier kann man sich Verbündete suchen, Tierärzte gelten meiner Erfahrung nach als glaubwürdig. Schon ist er angeleint und die Fuchsbejagung ist emotional genehmigt, weil Fiffi dem Frauchen näher ist als Fuxi.

    Natürliches Gleichgewicht:
    In der Fachliteratur (Nature, Since) hat man sich Ende der 90er Jahre darauf geeinigt dass es kein „natürliches Gleichgewicht“ gibt. Nicht wegen der Kulturlandschaft, sondern weil die Natur bei Überpopulationen auf Seuchen oder auf die Verknappung der Nahrung setzt – Nicht auf Prädatoren! Wenn jedoch der Mensch eingreift ist dieser Ablauf gestört. Denn wenn es plötzlich keine Tollwut mehr gibt, erhöht sich die Zahl der Füchse und andere Tierarten leiden. Oder es treten Arten auf die vorher nicht da waren, Wildschweine in den Alpen, oder neozene Arten wie den Marderhund und den Waschbären.

    Linktipps:
    Handel mit verbotenem Saatgut: http://www.ardmediathek.de/tv/45-Min/Verbotenes-Gem%C3%BCse/NDR-Fernsehen/Video?bcastId=12772246&documentId=35465502
    Der Kampf der Imker um die Bienen: http://www.ardmediathek.de/tv/Die-Reportage/Der-Bienenretter/NDR-Fernsehen/Video?bcastId=3856484&documentId=29377624
    Gift auf unseren Feldern: http://www.ardmediathek.de/tv/die-story/Gift-auf-unseren-Feldern/WDR-Fernsehen/Video?bcastId=7486242&documentId=35425544
    Wölfe in Norddeutschland: http://www.ardmediathek.de/tv/Expeditionen-ins-Tierreich/W%C3%B6lfe-in-Norddeutschland/NDR-Fernsehen/Video?bcastId=3856516&documentId=35366312

    Überall dort können wir Jäger ansetzen und uns Verbündete suchen.
    Und wer wissen will wie die PR-Maschinerie von Peta & Co funktioniert, schaut mal auf Gerati.de

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  2. A. M. Reichel
    A. M. Reichel says:

    Ein interessanter Ansatz: Marketing für “Die Jagd”. Ich habe in letzter Zeit auch hin und wieder überlegt, welche Prinzipen die Jägerschaft ihrer Öffentlichkeitsarbeit zugrunde legen könnte, um in der gesamten gesellschaftlichen Breite Gehör zu finden und auch kritischen Diskursen standhalten zu können. Ich entnehme Herrn Rehmes Ausführungen zunächst einmal, dass er es für bedeutsam hält, ein positives Image der Jagd zu vermitteln – natürlich auch bezogen auf die facettenreichen Inhalte des Oberbegriffs. Sicher ist das nützlich – ob es allerdings zu einem besseren Verständnis der Thematik besonders in den Gesellschaftsbereichen beiträgt, die der Jagd kritisch bis ablehnend gegenüberstehen, bezweifle ich. Gut geeignet ist ein Marketingkonzept ganz sicher dafür, diejenigen zu erreichen, die bisher noch gar nichts über die Jagd wissen und auch noch keine feste Haltung dazu entwickelt haben.

    Ich selbst hatte zum Thema in folgende Richtung überlegt: wenn wir die Jagd als eine Dienstleistung an der Gesellschaft und ihrem Lebensraum ansehen und den Jägern dabei eine zentrale Rolle als “Dienstleister” mit ihrer gestaltenden, regulierenden, Sorge tragenden Rolle beimessen, dann kann Marketing nur ein Teilaspekt des öffentlichen Dialoges sein. Die Jagd ist doch letztlich vergleichbar mit anderen Bereichen, in denen ich als Mitglied eines gesellschaftlichen Raumes auf Dienstleistung von dritten zwingend angewiesen bin. Beispielsweise kann ich mir nicht in jeder Situation einen bestimmten Arzt aussuchen, der mich behandelt, sondern muss ggf. darauf vertrauen, dass mich der zuständige Arzt (in der örtlichen Notaufnahme bspw.) korrekt behandelt. Genauso verhält es sich in zahlreichen anderen Bereichen wie Bildung, Kirche, Verwaltung usw. Ich finde, dass das Bild des Kunden und seines Dienstleisters hier ein wenig hinkt, denn in einer klassischen Situation des freien Marktes suche ich mir als Kunde den Dienstleister nach bestimmten, von mir festgelegten Kriterien aus. Wo das nicht möglich ist und ich trotzdem auf Dienstleistung angewiesen bin, besteht ein gewisses Abhängigkeitsverhältnis, in dem ich mir als Nutznießer oder Empfänger der Leistung einen besonders sensiblen Umgang mit dem “Machtgefälle” erhoffe, das ja zweifellos vorherrscht.

    Meines Erachtens führt der Weg aus diesem Dilemma über die bewusste Gestaltung einer Beziehung auf Augenhöhe zwischen den Parteien, die dem Empfänger der Leistung auch eigene Gestaltungs- und Beurteilungsmöglichkeiten bietet. Hierfür sind die Prinzipien Individualität, Transparenz und Kontrolle unverzichtbar.
    Konkret: die regionale Bevölkerung kann sich “ihren Jäger” nun einmal nicht aussuchen – erstens kennt sie die fachlichen Kriterien nicht und zweitens ist es auch strukturell nicht vorgesehen. Damit sie aber mit “ihrem Jäger” einen tragfähigen und zufriedenstellenden Dialog führen kann (und auch Einfluss nehmen kann!) muss sie:
    – die Möglichkeit erhalten, die individuellen, also regionalen und personenbezogenen Nutzerbedürfnisse zu kommunizieren und die örtliche Jägerschaft sollte diese in die Arbeit wo immer möglich einbeziehen und keine vorgefertigten Lösungen überstülpen (Individualität)
    – in die Lage versetzt werden, die Hintergründe jagdlichen Tuns zu verstehen und zu beurteilen, durch Informationen, pädagogische Aktionen sowie den ständigen Dialog im Alltag (Transparenz)
    – im besten Falle (das ist dann die ganz hohe Schule!) ein Mitspracherecht erhalten, wenn es um grundsätzliche Entscheidungen der örtlichen Jägerschaft geht – WIE soll etwas gemacht werden, WANN und durch WEN etc. (Kontrolle) Dies setzt natürlich eine gut informierte Gesellschaft voraus.

    Im konkreten Alltag wird eine derartige Beziehungsgestaltung natürlich immer wieder zu kritischen Diskursen führen, möglicherweise auch zu Enttäuschungen hier oder dort. Ich glaube aber, dass diese Offenheit und Bereitschaft, das eigene Tun in den Dienst aller zu stellen (und nicht in den Dienst dessen, was ICH persönlich als den Bedarf der Öffentlichkeit definiert habe) letztlich der einzig erfolgreiche Weg zu einer Jagd ist, die von allen wertgeschätzt wird.

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    • Frank Rehme
      Frank Rehme says:

      Hallo Frau Reichel,

      natürlich gibt es viele Wege, die man gehen kann, um das Thema Jagd endlich wieder auf den Weg in die Gesellschaft zu bringen. Ich finde es klasse, welche Gedanken Sie sich gemacht haben und auch aufzeigen, das es durchaus viele Möglichkeiten gibt. Allerdings muss davor in der Branche folgende Erkenntnis reifen:
      Ein Image hat man immer! Wenn man nicht selbst intensiv an der Gestaltung arbeitet machen es eben andere. Und mit diesem Image muss man dann leben!
      An dem Punkt der Erkenntnis sind wir meines Erachtens nach noch nicht, diese Sensibilität muss noch geboren werden.

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  3. Sven Pampel
    Sven Pampel says:

    Weidmannsheil, lieber Herr Schumacher,

    durch Zufall bin ich auf Ihre großartige Plattform gestoßen, als ich das Magazin “Der Wildhüter” durchstöberte. Interessiert habe ich mir alle Ihre Sendungen zunächst herunter geladen und nach dem Anhören der ersten beiden Folgen, kennt meine Begeisterung kaum Grenzen! Toll, dass es Leute wie Sie gibt, die die spannenden Themen von gestern und heute tiefgründig beackern!
    Allein schon die Modifizierung unseres Begrüßungssignals ist ein gelungender Kunstgriff und ich frage mich, wo ich diesen in Gänze hören kann?
    Nun aber freue ich mich erst einmal auf viele weitere Stunden des Jagdfunks…
    Horrido
    S. Pampel

    Antworten
  4. Wolf
    Wolf says:

    Respekt, toller Kanal – hab mir Ihre Sendung runtergeladen und Sie mir auf den Weg in die Arbeit angehört – besser als Radio, informativer und man lernt was – freue mich schon auf neue Sendungen.
    LG

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