Episoden

Von der aus der Überformung von Landschaft entstehenden Verantwortung

Kulturlandschaft

Durch bäuerliche und forstliche Nutzung geprägt, ist die Kulturlandschaft das offensichtlichste Bindeglied zwischen Umwelt und kultivierter Bevölkerung. Über Jahrhunderte von den in ihr lebenden Menschen gestaltet und ressourcenverträglich genutzt, erfüllt sie vielfältige ökonomische, ökologische, soziale und kulturelle Funktionen. Sie sichert die Existenzgrundlage aktueller und zukünftiger Generationen.

Boden, Pflanzen, Insekten, Tiere, Menschen und Klima bilden ein räumliches, zeitliches und funktionales Wirkungsgefüge. Wir versuchen die Zusammenhänge zwischen den in einem bestimmten Landschafts-Ausschnitt vorkommenden Lebensgemeinschaften und ihren Umweltbedingungen aufzuzeigen. Wir sprechen über räumliche Verbreitungsmuster, künstliche und biologische Faktoren, Einflüsse von Land- und Forstwirtschaft, Bodenerosion, Stoffhaushalte, Überdüngung, Boden- und Gewässerschutz und nicht zuletzt über die Funktion der Jagd als nachhaltige, umweltverträgliche Ressourcennutzung, die nicht unwesentlich beisteuert, dieses komplexe Wirkungsgefüge anthropogener Prägung zu erhalten.

Mit einem Hintergrund in den Agrarwissenschaften und dem ökosystemaren Umweltschutz spricht Dr. Georg Eckel mit mir über die Bewahrung, die nachhaltige Nutzung und die Entwicklung der Kulturlandschaft als Lebensraum für Mensch, Tier und Pflanze.


Teilnehmer

Dr. Georg Eckel
Dr. Georg Eckel
Jochen Schumacher
Jochen Schumacher

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Worum es bei der Jagd geht, wie sie sich über die Menschheitsgeschichte entwickelt hat und warum sie auch für Nicht-Jäger gut ist.

Jagdmensch

Für viele hunderttausend Jahre war die Jagd nur ein, nämlich die Lebensgrundlage des Menschen überhaupt.

Mit der menschlichen Entwicklung sind viele Bedeutungen hinzu gekommen. In der Jungsteinzeit, mit Aufkommen der Land- und Viehwirtschaft, verteidigte man mit den Mitteln der Jagd die in freier Weidehaltung mühsam erzielten Domestikations- und Zuchterfolge gegen unkontrollierte Einkreuzungen von Wildtieren. In der Antike war die Jagd ein geradezu mystisches Ritual, die Jugend zu moralischem Handeln und politischer Verantwortung zu erziehen. In der westlichen Moderne ist die Jagd die wohl letzte Tätigkeit, die der Entfremdung des Menschen von Werden, Leben und Vergehen entgegen wirkt.

Bis zum 12. Jahrhundert blieb die Jagd allgemeines Recht eines jeden Freien. 1158 wurde sie unter Kaiser Friedrich I. Barbarossa zu einem königlichen Sonderrecht, dem Jagdregal. Mit der Revolution von 1848 kam dann Bewegung in die jagdliche Realität. In Deutschland wurden die Bauern endgültig und unwiderruflich Eigentümer des von ihnen bewirtschafteten Landes und das Jagdrecht an dieses Eigentum von Grund und Boden gebunden. Endlich war das Jagdrecht zurück in der Hoheit des Bürgers.

Obwohl dieses Recht so aufwändig erkämpft werden musste und die Jagd den Menschen in den Zyklus des Lebens einbettet, gerät sie zwischen den partikularen Kontroll- und Machtinteressen immer wieder in Gefahr.

Im Gespräch mit Jochen Schumacher erläutert der Manfred Nolting die lange Geschichte der Jagd, die historisch-gesellschaftlichen Hintergründe verschiedener Entwicklungen und stellt die Grundzüge seines pragmatischen Umgangs mit der Jagd vor.


Teilnehmer

Manfred Nolting
Manfred Nolting
Jochen Schumacher
Jochen Schumacher

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